Standard

Warum noch mehr Qualtitätssicherung?

Durch die Untersuchung des Patienten vor und nach einer Hörsystemeingliederung erhält der Arzt wertvolle Zusatzinformationen. So kann die Eingliederung wirksam unterstützt werden.

Die Erkenntnisse, die nach den von den Hilfsmittelrichtlininen geforderten Untersuchungen gewonnen werden können (Ton-, Sprach- und Freifeldaudiometrie) reichen erwiesenermaßen nicht aus, den Hörverlust eines Patienten individuell zu beurteilen.

Mit dem APHAB können individuelle Hörproblemsituationen einfach erkannt werden. Er gibt Hinweise darauf, wie der Patient in einfachen Situationen (Einzelgespräche), im Störlärm (Gruppengespräche) und in Räumen mit Hall subjektiv hört. Hierdurch können im Beratungsgespräch auch gegenüber dem Hörgeräteakusiker wichtige Erkenntnisse weitergegeben werden, die der individuellen Hörgeräteanpassung zu Gute kommen. Auch ist es möglich, vor einer Hörgeräteanpassung eine Negation der eigenen Schwerhörigkeit zu erkennen, wenn nämlich einerseits im Audiogramm erhebliche Hörprobleme nachweisbar sind, andererseits aber im APHAB kein Hörverbesserungspotential erkennbar ist. So kann auch hier auf die individuelle Situation eines Patienten besser eingegangen werden.

  • Durch die Zertifizierung unterwirft sich der Arzt einer unabhängigen Überprüfung nach standardisierten Richtlininen:
  • Es werden mindestens 30 Patienten pro Jahr bei der Hörsystemversorgung begleitet
  • Es werden nach zwei Jahren mindestens 60% aller untersuchbaren Patienten mittels des APHAB-Fragebogens untersucht
  • Gründe für Versorgungsabbrüche werden festgehalten
  • Der Arzt verpflichtet sich, innerhalb von drei Jahren die Zusatzbezeichnung "Audiologe und Neurootologe (BVHNO)" zu erwerben.

Durch die Zertifizierung signalisiert der Arzt das hohe Versorgungsniveau über den gesetzlich geforderten Standard hinaus. Das Siegel unterstreicht somit den eigenen Anspruch an eine hohe Qualität in der Patientenversorgung.

Jeder erfasste Patient wird nach dem Ausfüllen des ersten APHAB-Bogens, also zu Beginn einer Hörgeräteeingliederung, vor der Grundgesamtheit der Daten beurteilt. Hierdurch können individuelle Schwierigkeiten in den einzelnen Hörsituationen bereits vor einer Eingliederung erkannt und entsprechend abgeschätzt werden. Auch ergibt sich so eine Einschätzung, inwiefern ein Patient vermutlich von einer Hörsystemversorgung überhaupt profitieren wird. Am Ende einer Hörsystemversorgung lässt sich der individuelle Nutzen der Hörgeräte für den Patienten für die verschiedenen Hörsituationen (Einzelgespräch, Störschall, Hall, ggf. auch Lärm) und ein Gesamtnutzen ermitteln. Diese Information ergänzt semiobjektive Verfahren wie die Ton- und Sprachaudiometrie um eine Bewertung "aus der Sicht des Patienten".

Der kann auf Wunsch die Daten des individuellen Arztes mit den Kollegen seiner Berufsausübungsgemeinschaft oder der Grundgesamtheit aller Praxen vergleichen. Hierdurch können im Einzelfall wertvolle Tips gegeben und Praxisbesonderheiten individuell herausgearbeitet werden.

Zum anderen trägt jeder Arzt zur Erweiterung der Datenbasis des APHAB bei. So verbessert sich die Datengrundlage des deutsprachigen Standards stetig.